Tägliche Kirche, Nr. 25, St. Otto, Zinnowitz (Usedom)

Unweit der Ostsee liegt seit 1916 das St.-Otto-Heim. Die hiesige Kirche St. Otto ist heute im Blickpunkt von #täglicheKirche auf kirchenbauforschung.info. Bereits 1913 wurde durch eine Stiftung der Bau des Haupthauses möglich. Zuerst jedoch konnten hier keine Kinderkuren stattfinden und es war ein Lazarett. Ab 1916 kamen Marienschwestern aus Breslau und die bauten den Erholungsbetrieb auf.

Geschichte nach 1945

Bis zum 2. Weltkrieg wurde fleißig erweitert und ausgebaut. Dann wurde das Gelände durch die Wehrmacht beschlagnahmt. Die Holzbaracken mit Liegeterrassen waren nun wieder Lazarett. Doch im Sommer 1947 konnte durch 20 Schwestern das Kinderkurheim wieder eröffnet werden. Nach einem Brand in den 1960er bauten viele Helfer aus dem Bistum in Arbeitsdiakonaten oder im „Jahr für Gott“ neue Unterkünfte. Mittlerweile steht bereits die dritte Gebäudegeneration und bietet Gemeinden, Kinder- und Jugendfreizeiten, Familie u.v.m. einen Ort.

St.-Otto-Ferienstätte, Panorama vom Innenhor, rechts die Kirche in Rückansicht, Foto: K. Manthey, 2019.

Die Kirche St. Otto

Seit Beginn an gab es eine Kirche im Haupthaus. Diese ist dem Heiligen Otto geweiht. Bis 2003 gab es auch eine Gemeindekapelle in Zinnowitz, diese wurde 1947 errichtet. Zuvor war die Gemeindekirche Herz Jesu in Wolgast. St. Otto ist nun die Pfarrkirche.

Pastor-Bonus-Fenster aus der ehem. Herz-Jesu-Kapelle in Zinnowitz (aufgegeben 2003), heute im Speisesaal St.-Otto-Ferienstätte, Foto: K. Manthey, 2019

In ihrer Baugeschichte hatte sie mindestens drei verschiedene Gestaltungen. Spätestens in den 1930/40er Jahren gab es eine Ausmalung mit Engeln am Chorbogen sowie einem Jesusbild in der Apsis. Das Motiv hier war wohl Jesus als Freund der Kinder, sicherlich angelehnt an die biblische Kindersegnung , das „Lasset die Kinder zu mir kommen“ in den synoptischen Evangelien. Aufnahmen aus der Zeit davor zeigen, wie das erste Bild in diesem Beitrag, ein Mittelfenster in der Apsis, welches bei den Innenansichten nicht zur erkennen ist. Dies lässt vermuten, dass es eine Gestaltung mit offenem Mittelfenster der Apsis im Innenraum gab.

St. Otto Zinnowitz, Inneres der Kapelle, 1930er/40er, Fotopostkarte, Q: ebay, https://i.ebayimg.com/images/g/FGYAAOSwMgdXzHBl/s-l1600.jpg

Innenraumgestaltungen

Spätestens in den 1950er Jahren gab es eine Umgestaltung. Erneut wurde Christus der Kinderfreund diesmal als Sgraffitoarbeit in der Chorapsis durch Rudolf Brückner-Fuhlrot umgesetzt. Ein passendes Motiv für ein kirchliches Erholungshaus für Kinder. Diese Arbeit war lange in der Kirche zu sehen. Später wurde die Apsis übermalt, doch das Bild war weiter sichtbar. Generell war der Zustand in den 1990er Jahren „fast verwahrlost“.

St. Otto Zinnowitz, Inneres der Kapelle, Zustand 1990er, Q: Bildarchiv EBO, Slg. Brühe

Bereits angekaufte Ausstattungsstücke für den Altarraum wurden aufgrund des Gewichtes nicht aufgestellt. So kam es nach 2000 zu einer Neukonzeption der Kirche und der darunter liegenden Räume. Diese wurden zu einer Kapelle, einer Art Krypta im Souterrain. Hier wurde ein spätmittelalterliches Passionsretabel aufgestellt, welches bereits früher in der Oberkirche gestanden haben soll. Hier wurden 2014 Stühle vom Leo Zogmayer aufgestellt.

Blick in die Kleine Kapelle mit spätgotischen Altarretabel und Zogmayerstühlen
Q: Bildarchiv EBO
https://www.erzbistumberlin.de/fileadmin/user_mount/Bilder/Schlaglicht/Kapelle_Otto-Heim.JPG

In der Hauptkirche wurde nun das barocke Kreuz (um 1700) vor einer einer roten Wandfläche neu inszeniert. Die Neuordnung und Gestaltung der Ausstattung lag m. W. n. in den Händen des Stralsunder Architekturbüros Eriksson.

St. Otto Zinnowitz, Inneres der Kapelle, Zustand n. 2006, Bild am Tag der Altarweihe (2015?),
Q: Bildarchiv EBO
St. Otto Zinnowitz, Inneres der Kapelle, Detail Marienaltar, Foto: K. Manthey, 2019

Würdigung

Das St.-Otto-Heim dient auch heute noch der Erholung an der Ostsee. Es ist ein Ort mit vielen Geschichten und einer spannenden Historie. Seit ich dort mit 8 Jahren zum ersten Mal war fühle ich mich verbunden. Das Zentrum war immer die Kirche. Nach ihrer Sanierung ist St. Otto auch wieder der strahlende Mittelpunkt.

St. Otto Zinnowitz, Ansicht Eingang, Zustand 1990er, Q: Bildarchiv EBO, Slg. Brühe

Externe Links

Seite des Ottoheimes: https://www.st-otto-zinnowitz.de/gottesdienste

Artikel zu St. Otto auf dem Blog kirche-auf-usedom.de

http://kirche-auf-usedom.de/das-zinnowitzer-st-otto-heim-feiert-2016-sein-hundertjaehriges-jubilaeum/#

Bericht über die neue Bestuhlung der kleinen Kapelle https://www.erzbistumberlin.de/medien/schlaglichter/schlaglicht/news-title/der-bischofskirche-ein-stuhlbein-voraus-neue-bestuhlung-der-kleinen-kapelle-im-st-otto-heim/

Tägliche Kirche als Übersicht (intern)

https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

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