Tägliche Kirche, Nr. 89, Kloster Schönau – St. Florin, Strüth im Taunus

Elisabeth von Schönau (1129-65) ist eine vergessene Mystikerin des Mittelalters. Auch wenn das benediktinische Männer- sowie das Frauenkloster nicht mehr existieren, gibt an Ihrer Wirkungsstätte noch eine Kirche und Gemeinde. Elisabeth wirkte ebenso hier, wie ihr Bruder Eckbert, der später Abt des Männerkonvents wurde. Während Eckbert mit 13 Predigten gegen die Katharer den Kölner Erzbischof Rainald von Dassel unterstützte, wurde Elisabeth, deren Gedenktag heute übrigens ist, als Visionärin bekannt. Ihre Eingebungen diktierte die Heilige, die mit Hildegard von Bingen in Kontakt stand, ihrem Bruder. Somit entstand auch Ihr Hauptwerk: LIBER VIARUM DEI (Buch der Gotteswege).

Blick vom Kreuzgang, Foto: K. Manthey, 2004

Vorgängerbauten

Das einst romanische Kloster mit einer dreischiffigen Basilika wurde zuerst gotisch überformt. Das Kloster war einmal so mächtig, dass es eigene Truppen hatte, die es zur Hilfe der Stadt Frankfurt anbot. Gleichwie, ein zu Regel fernes Leben sorgte für die Auflösung des Frauenklosters kurz nach 1600. Dafür wurde der Männerkonvent erst nach 1800, in Folge der Säkularisation, aufgelöst. Ein Großbrand vernichtete 1723 die Anlage bis auf den gotischen Chor. So dass es zu einem Wiederaufbau in barocken Stilformen kam.

Innenansicht St. Florin, Kloster Schönau, rechts der Seitenaltar mit der Schädelreliquie,
Foto: K. Manthey, 2004

Die heutige Anlage

Die heutige Pfarrkirche St. Florin zeigt deutlich diese Stilistik. Dabei fügt sich der Saalbau gut an den fast gleich langen historischen Chorbereich an. Heute befinden sich in der Kirche  im Seitenaltar die Schädeldecke der Heiligen Elisabeth, nachdem schwedische Truppen die Grablege zerstörten fand man in der Umgebung nur noch diese Reliquie der Heiligen. Übrigens ist die Kirche reichhaltig mit Stuck verziert werden, beispielsweise der Chorbogen.

Die Kapitelskapelle, bzw. Taufkapelle, Q: Homepage der Gemeinde St. Elisabeth von Schönau, http://www.hl-elisabeth.de/fileadmin/_processed_/3/e/csm_Bild_2_43e47e9948.jpg (Zugriff: 18.6.20)

Ebenfalls ist eine Seitenkapelle als Kapitels- bzw. Taufkapelle mit reichen Stukaturen ausgestaltet worden. Darunter das Bild eines gekreuzigten Kindes, eine Seltenheit. Dort vermutet man eine Verbindung zu dem Tod der Kinder des damaligen Baumeisters. Leider habe ich hievon keine Abbildungen (gefunden). Ebenso ist das Pfarrhaus ein stolzes Zeugnis des barocken Neuanfangs in Schönau.

Apotheosis des Hl. Florinus, Foto: Warburg 2013, CC ASA 3.0, Q: wikimedia, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6e/Strueth_Schoenau_apotheose.JPG (18.6.20)

Schönau im 20. und 21. Jahrhundert

Nach der Säkulisation wurde Schönau bzw. der Ort Strüth alsbald Pfarrei. Nach 1900 kommen Dernbacher Schwestern, nach 1947 vertriebene Prämonstratenser aus Tepl, in den 1980er Jahre siedeln sich Familien als Gemeinschaft dort an. Darunter der Theologe Peter Fischer, er wird später Pastoralreferent, 1995 Pfarrbeauftragter der Gemeinde und zum Diakon geweiht.

Der Klostergang und der Wind, Foto: K. Manthey, 2004

In diesen Jahren entsteht eine Eine-Welt-Haus als Gästehaus für Gruppen sowie ein reger internationaler Jugendaustausch. Inzwischen ist der Gebäudekomplex restauriert wurde. Darüber hinaus hat sich 2018 eine Großpfarrei gebildet, sie trägt den Namen Hl. Elisabeth von Schönau.

Der Klosterfriedhof, Foto: K. Manthey 2004

Weiterführendes

Die Reihe: https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

Seite der Gemeinde: http://www.hl-elisabeth.de/index.php?id=171

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