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Im Hintergrund – Die Schneiderin (2025-22)

Im Hintergrund der alltäglichen Szene auf dem Bild „die Schneiderin“ von Christian Krohg (1852-1925) sehen die Betrachter Bilder an der Wand. Ganz beiläufig erzählen diese ein Leben, das der im Vordergrund über ihrer Arbeit eingeschlafenen Schneiderin. Der Osloer Künstler Krohg war ebendort Professor an der Kunsthochschule. Malte vor allem Genre-Bilder mit zeitgenössischen Themen. So auch das Gemälde mit der Frau, die nun in ihrem Stuhl eingenickt ist. Sie hält das mit Rüschen gespickte Kleidungsstück auf dem Schoß. Rechts von ihr befindet sich der Arbeitstisch mit Nähmaschine und Petroleumlampe. Beides Gerätschaften, die im 19. Jahrhundert eine Innovation waren. Zudem kommt gedämpft Tageslicht in den Raum.

Christian Krohg, Die Schneiderin, 1881 (Auch: Die Näherin), Kunstsammlung Chemnitz

Im Hintergrund – Die Kreuzigung

An den Wänden im Hintergrund hängen drei Bilder. Die beiden kleineren scheinen ein Ornament und einen Vogel (rechts) zu zeigen. Hingegen ist das obere und größte Bild eine Kreuzigungsdarstellung. Diese war für mich sogleich der Blickfang. Zum einen zeigt es, dass die Handwerkerin eine gottesfürchtige Frau ist. Zum anderen stellt sich die Frage, ob es ein bekanntes Werk ist, das dort abgebildet wurde. Bisher konnte ich nicht herausfinden ob das Bild selbst bekannt ist. Gutmöglich, dass im Arbeitsraum einer Schneiderin eine Kopie oder ein (Öl-)Druck hin.

Detail der Szene

Das Motiv jedoch zeigt eine Kreuzigung. Trotz der starken Vergrößerung und der damit einhergehenden Detailarmut ist zu erkennen, dass unter dem Kreuz in der Mitte, dem Jesus, zwei Menschen trauern. Außerdem macht sich ein Mensch an den Füßen Jesu zu schaffen. Sehr wahrscheinlich ist es die Kreuzigung, d.h. die Anbringung, selbst. Darüber hinaus könnte es ebenfalls eine Kreuzabnahme darstellen. Wenn dies der Fall wäre, hätte das gesamte Bild eine Andeutung auf die Auferstehung hin.

Die Kreuzigungsdarstellung im Detail, doch einiges zu erkennen.
Alle Fotos: K. Manthey 2025

Schließlich bleibt es alles Interpretation. Mich hat es gerührt, das unvermittelt in einer Genredarstellung, eine Kreuzigung eingebaut wurde. Scheinbar nebensächlich strahlt dieses Detail besonders auf mich aus. Ich mag es, wenn Kunst mehrschichtig ist. Dabei ist mir bewusst, dass ich längst nicht alle Ebenen wahrnehme, diese hingegen entging mir nicht.

Links zum Thema

Die Seiten der Kunstsammlungen Chemnitz:
https://collections.kunstsammlungen-chemnitz.de/home

Eine sehr bekannte Kreuzigungsszene von Max Ernst
Aus dem Schnütgenmuseum

Das Werk als Repro:
https://www.meisterdrucke.de/kunstdrucke/Christian-Krohg/1323707/Die-N%C3%A4herin.html

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