Kirche in Thomsdorf (Uckermark, Tägliche Kirche Nr. 77)

Thomsdorf liegt am Rand der Mecklenburgischen Seenplatte. Eine Region die seit langem touristisch erschlossen ist. Übrigens liegt der Ort direkt am Carwitzer See. Die rechteckige Saalkirche des Dorfes ist aus Feldsteinen errichtet und hatte ursprünglich einen angebauten Turm und diente auch als Wehrkirche. Doch dieser wurde wegen Baufälligkeit im 18. Jahrhundert abgetragen.

Haupteingang zur Thomsdorfer Kirche, Foto: K. Manthey, 2015

Der Außenbau

Nun gibt es dort noch einen Glockenträger unweit der Kirche. Heute betritt man die Kirche durch eine, um 1580 errichtete, Fachwerkvorhalle. Der Legende nach soll dieser Bau mit seiner kräftigen Tür eine Prinzessin im 30jährigen Krieg das Leben gerettet haben. Somit kommt der Besucher nun von der Seite zwischen Altarraum und Laienraum hinein. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden auch die Fenster verbreitert. Darüber hinaus erhielt das Dach seine heutige Form.

Blick auf den Friedhof, Foto: K. Manthey, 2015

Um die Kirche ist wie früher üblich der Friedhof angelegt. Hier finden sich viele Eisenkreuze als Grabmale, sie zeugen von Generationen von Thomsdorfern.

Der Altarraum vom Eingang, Foto: K. Manthey, 2019

Der Kirchenraum und seine Ausstattung

Im Innern ist die Kirche aufgrund eines Brandes im Sommer 1990 einfach wiederhergestellt. Ursprünglich hatte die Kirche ein Kastengestühl sowie Emporen mit Orgel und eine Kanzel ebenso ein gesondertes Gestühl für die Pfarrersfamilie als Ausstattung.

Den spätmittelalterlichen Marienaltar, mit einer Mondsichelmadonna als Hauptbild im Mittelschrein, konnte man immerhin vor den Flammen retten. Es handelt sich dabei für mich um eine Arbeit aus Norddeutschland, wahrscheinlich der Lübecker Schnitztradition. Die Himmelskönigin präsentiert den Gottessohn, ferner wird Sie an den Seitenflügeln durch insgesamt 12 heilige Frauen und Männer flankiert (jeweils 6).

Wandmalereien an der Nordwand, Foto: K. Manthey, 2015
Kreuzigungsdarstellung, 16. Jahrhundert?, an der Südwand im Kirchenraum, Foto: K. Manthey, 2015

Mit der Wiederherstellung der Kirche nach dem Brand wurden darüber hinaus die Weihekreuze wiederentdeckt. Ob zu diesem Zeitpunkt auch die Reste der Wandmalerei an der Westwand freigelegt wurden oder später, ist mir nicht bekannt.

Die Rückseite der Kirche, Foto: K. Manthey, 2015

Schluss

Übrigens, da kirchliche Gruppen in der DDR kaum Möglichkeiten hatten in staatlich geführten Häusern unterzukommen errichteten die Kirchen in Eigenregie Rüstzeitheime. Ebenso gab es in Thomsdorf solch eine Unterkunft. Bis heute kann man dort Unterkünfte mieten. Mittlerweile gehört das Dorf zur Kirchengemeinde in Boitzenburg, von dort aus werden mindestens 12 Kirchen betreut. Gleichwie, die Kirche ist tagsüber geöffnet und im Ort kann man für normal auf dem benachbarten Künstlerhof eine Rast machen. Ebenso ist der uckermärkische Teil des Carwitzer Sees mit einer schönen Badestelle gut zu erreichen. Besonders für Fahrradurlauber ein Lohnenswerter Zwischenstopp.

Die Felder hinter dem Kirchhof, Foto: K. Manthey, 2015

Weiterleitungen

Kirchen in Serie, seit 77 Tagen: https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

Seite der Kirchengemeinde http://www.kirche-boitzenburg.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=38356

Eintrag zur Kirche: http://www.askanier-welten.de/dorfkirchen/thomsdorf/

Die Seite zu Kirchen in der Uckermark: https://www.uckermark-kirchen.de/uckermark_t-v/kirche_thomsdorf.htm

Die aktuellste Kirchenvorstellung auf kirchenbauforschung.info

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