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- Author: Konstantin Manthey
- Posted: 5 April, 2026
- Category: Uncategorized
Auferstandener, St. Pankratius Hamersleben
Auferstandener Christus – Jesus ist vom Tode auferstanden, das feiern Christen an Ostern. Auf der Suche nach einem passenden Kunstwerk in den Fotos meiner letzten Kirchenbesuche kam mir gleich der Auferstandene auf dem Hochaltar in St. Pankratius Hamersleben in den Sinn. Dort irgendwo im heutigen Nirgendwo liegt mit dem 1111 dorthin gesiedelten Augustiner-Chorherren-Stift eine Perle der Romanik. 1804 erst wurde das Stift, mit immerhin noch 22 Augustinerpatres, säkularisiert. Danach konnte die Stiftskirche St. Pankratius als Pfarrkirche weiterbetrieben werden. Bis heute ist es eine katholische Kirche auch wenn die Zahl im dünn besiedelten Einzugsgebiet nur wenige hundert zählt.

Die ehem. Stiftskirche St. Pankratius, heute kath. Pfarrkirche, ist durch sorgfältige Ausführung, schlanke Proportionen und qualitätvolle, entwicklungsgeschichtlich bedeutsame Ornamentik ausgezeichnet, neben Paulinzella (Thüringen) einer der edelsten hochromanischen Bauten im mittleren Deutschland. Dreischiffige flachgedeckte Säulenbasilika mit Querschiff und dreiteiligem Sanktuarium, ohne westl. Turmfront. Durch Wiederherstellung der romanischen Architektur zugleich die etwas derbe, hochbarocke Ausstattung beeinträchtigt. (Q: Dehio, de.dehio.org/bauwerk/hamersleben-ehem-augustiner-chorherren-stift, 5.4.26)

Der Hochaltar von St. Pankratius
Neben vielen erhalten gebliebenen Ausstattungsstücken fällt der große und Bildgewaltige Hochaltar besonders auf. Am Ende des Chores an der Wand steht der mehrgeschoßige Altar. Ein frühbarockes Stück von 1687. Übrigens ist seit 1688 eine große Barockorgel im Westen das Gegenstück.

Das Hauptaltarbild war auswechselbar. Derzeit ist die Krönung Mariens durch Christus und Gott zu sehen. Weiterhin gibt oder gab es die Motive der Anbetung der Könige, der Auferstehung Christi und der Ausgießung des Heiligen Geistes. Darüber hinaus hat der Altar ein heilsgeschichtliches Bildprogramm. Vor allem in der Vertikale ist eindeutig die christologische Gestaltung erkennbar. Am obersten Ende steht der auferstandene Christus.

Er bekrönt einen qualitätvollen Retabel, der klar strukturiert ist und für barocke Hochaltäre wenige Nebenfiguren aufweist. Seitlich das Hauptbildes sind dies z.B. die überlebensgroßen Freifiguren der Heiligen Pankratius und Kirchenlehrers Augustinus. Die Kreuzigungsszene ist das oberste Gemälde. Maria und Johannes flankieren das Kreuz, daneben stehen der Ecce homo und Pilatus. Darüber befindet sich der Abschluss. Zwischen den Grabeswächtern der auferstandene Christus mit blauer Fahne, als Siegeszeichen. Jedes Mal bin ich neu von diesem relativ typischen Aufbau begeistert. Mich zieht diese senkrechte Heilsgeschichte immer wieder in ihren Bann. So auch der Auferstanden in St. Pankratius.






