Loading
Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara

Tägliche Kirche, Nr. 43, Die Abtei von Pomposa*, Italien

Heute ist der 4. Sonntag der Osterzeit. Die #täglicheKirche ist heute in Pomposa, in einer Region, die von Corona besonders betroffen war und ist. Oft gehen meine Gedanken in dieses wunderbare Land im Süden, das wir derzeit nicht besuchen können. Dort, in der Emilia-Romagna liegt dieses historische Kleinod. Die ehemalige Benediktiner-Abtei Pomposa. Bereits um 850 siedelten hier Mönche, die nach der Regel des Heiligen aus Nursia lebten. Und lange bevor in unseren Breiten die Christianisierung sich durchsetzte, war die Blüte der Abtei bereits vorbei.

Kulturgeschichte

Denn im 12. Jahrhundert hatte die Lebensader der Region der Fluß Po seinen Lauf verändert. Die Gegend um die Abtei versumpfte und die nun aufkommenden Mücken brachten die Malaria, welche die Mönche stark dezimierte (Sie sollen sogar die Hauptüberträger der Krankheit gewesen sein).

Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara
Portalseite der Abteikirche von Pomposa, Foto: K. Manthey 2018

Seither war die einst wichtige Abtei stets ein Anhängsel anderer nun wichtigerer benediktinischer Standorte, bis die letzten Mönchen das Kloster im 17. Jahrhundert ganz verließen. Erst wurde es Pfarrei, dann sogar aufgelassen und privat genutzt. Seit 1930 sind große Teile wieder in öffentlicher Hand und heute hat sich eine charismatische Gemeinde an der Kirche etabliert.

Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara
Fernsicht auf die Abteikirche von Pomposa bei Abendlicht, Foto: K. Manthey 2018

Baugeschichte

Obwohl nahezu alle beweglichen Kunstgüter dorthin wanderten wie die verschiedenen Herren der Abtei sich aufhielten, sind die Reste des Kloster unbedingt sehenswert. Besonders die komplett wieder hergestellte Ausmalung der Kirche ist beeindruckend und christliche Kulturgeschichte und Glaubenswahrheit wird hier durch die Ausmalung in Fresken erzählt. Der romanische Kirchenbau ist eine Basilika nach dem Vorbild der Nahen Kirchen in Ravenna. Bis 874 wurde die Kirche fertiggestellt. Der Turm kam im 11. Jahrhundert hinzu. In dieser Zeit entstanden auch die Bodenmosaiken.

Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara
Bodenmosaik im Eingangsbereich der Kirche, Foto: K. Manthey 2018

Das Highlight sind die Fresken die großteils aus dem 14. Jahrhundert stammen. Besonders das Apsisfresko, welches  dem Frührenaissancemeister Vitale da Bologna (1308 – vor 1361) zu geschrieben wird. In der Karlotte thront Christus Pantokrator umringt von Engeln, Heiligen, Evangelisten und Kirchenlehrern.

Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara
Der Hochchor der Abteikirche von Pomposa, Foto: K. Manthey 2018

Die Hochschiffwände haben Szenen aus dem Alten und Neuen Testament und Heiligenszenen zu bieten. Die Westwand zeigt das jüngste Gericht.

Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara
Fresken im Hochschiff der mittlere Bildstreifen zeigt u.a. den Einzug nach Jerusalem und das letzte Abendmahl, Foto: K. Manthey 2018

Weitere Wandbilder finden sich im ehemaligen Refektorium und im Kapitelsaal zu finden. Diese datieren später und entfalten aufgrund der größeren Fläche und der heutigen Freistellung eine andere Wirkung.

Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara
Fresko an der Ostwand des Kapitelsaals, Kreuzigungsszene, Foto: K. Manthey 2018
Pomposa, Ferrara, Abtei, Visit Ferrara
Fresko an der Ostwand des Refektoriums, v.l.n.r. Abendmahl, Deesis, Wunder des Hl. Guido, Foto: K. Manthey 2018

Würdigung

Die Abtei und ihre Kirche sind beeindruckende Zeugen einer langen christlichen Kultur Oberitaliens. Sie zeugen vom auf und ab der Religion in der Geschichte. Dieser stimmungsvolle Ort bietet die gute Gelegenheit eine kleine Auszeit zu nehmen. Hoffen wir, dass wir bald wieder Italien besuchen können.

*Der Besuch in der Emilia Romagna war eine Pressereise. D.h. die Reise, Unterkunft und Verpflegung wurden übernommen daher ist dieser Beitrag gekennzeichnet.

Interne Beiträge

Die Reihe: https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

Die Erstveröffentlichung, 2018: https://kirchenbauforschung.info/2018/12/09/9-die-abtei-von-pomposa-pressereise/

2 comments

  1. Hallo,
    haben Sie auch die 1418 aus Holz und 1514 in Stein erbaute Marienkapelle in Monheim am Rhein als eine der ältesten Wallfahrtskapellen des Erzbistums Köln mal irgendwann dabei?
    Mit freundlichen Grüßen
    Oliver Drechsel

Leave a Reply

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen