Christkönig

Gestern war Christkönigssonntag, der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Seit Dezember 1925 gibt es dieses Hochfest. Es ist sicher als ein Reflex auf die untergegangenen Monarchien in Europa zu verstehen. Außerdem entwickelt sich das Fest, das die endzeitliche und ewige Herrschaft Gottes betont zu einem Gegenentwurf nationalsozialistischer (faschistischer) Herrschaftsansprüche.

Christus König, Adlershof, Nipkowstr, 2013, Foto: K. Manthey

Im Bereich des Bistums Berlin gibt es 1938, 11 Kapellen und Kirche mit einem Christus-König-Patrozinium. Alle enstehen Sie nach 1925. Darunter die Christus-König-Kirche in Berlin-Adlershof von Carl Kühn, 1928 fertiggestellt.

Entwurf Carl Kühns für einen Hochaltar, Juni 1929,
Q: PfArchiv Christus König, Berlin-Adlershof

Für deren Altarraumwand entwarf Carl Kühn im Sommer 1929 diese, in der Bildsprache sehr traditionelle, Version. Am Ende wurde der Entwurf von Maximillian Habersetzer durch Villeroy & Boch realisiert.
Eine moderne Gestaltungsform in keramischem Material, wie wir Sie sonst in dieser Größe für Berlin nur in St. Augustinus, beim Altar von Otto Hitzberger kennen (auch um 1928/29).

Die Altarwand von M. Habersetzer, um 1929,
in der nachkonziliaren Umgestaltung,
Q: Bildarchiv der Kunstbeauftragten des Erzbistums Berlin

Diese Figurengruppe mit Christus und den Aposteln wurde schnell als „unmärkisch“ kritisiert. Ein Beleg dafür, was viele Katholiken vom Kirchenbau und der Ausstattung um 1930 erwarteten. Einen historischen Stil, der Anleihen an den märkischen Kirchen des Mittelalters nimmt. Denn die waren ja katholisch. Carl Kühn selbst war mit dem anderen Entwurf einverstanden, wie ein Brief im Pfarrarchiv der Gemeinde zeigt.

Link zu einem Bild aus der Festschrift zum Bau von Christus König

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