Entwürfe für die Diaspora 6: Auflösung

Die in den vergangenen Tagen vorgestellten Entwürfe waren alle für eine katholische Kirche in Lindow.
Weswegen in der Diaspora Brandenburgs solche ein Aufwand mit mindestens 4 Entwürfen von mindestens 4 Architekten betrieben wurde bleibt weiterhin unklar. Ein Ausschreibungstext konnte bisher nicht gefunden zu werden. Der Bauherr Pfarrer Röhnelt zeigte sich bei diesem Projekt als ein sehr engagierte Bauherr, der sich bis hin zu Ausstattung des Kirchleins sehr einsetzte.
Ein Grund dafür könnte die ausgezeichnet gute Lage über dem Wutzsee sein oder mit dem ehemaligen Kloster in Lindow zu tun gehabt haben. Welches damals bereits von evangelischen Stiftsdamen bewohnt wurde. Zumindest war rund um die Zeit der Bistumsgründung, 1930, die ganze Katholische Berliner Welt sehr auf Anknüpfung an vorreformatorische Tradition der Kirche in der Mark bedacht.

Entwurf: J. Bachem, Februar 1930

Entwurf: R. Waller, März 1930
Entwurf: M. Sonnen, Februar 1930
Entwurf: W. Fahlbusch, Oktober 1930
QUELLE ALLER ENTWÜRFE: Pfarrarchiv Herz Jesu, Neuruppin

Wie ich aus einem Briefwechsel von Max Sonnen, der gleichzeitig Gutachter für den Bonifatiusverein, entnehmen konnte war die gewählte Dachkonstruktion der Entwürfe von Waller und des Sonnenentwurfs, ein sogenanntes günstigeres Zollinger-Lamellendach. Welches sich unter der markanten spitz zulaufenden Giebelform erkennen lässt. Kühn scheint als Diözesanbaurat dagegen votiert und sich durchgesetzt zu haben. Der aus dem Wettbewerb hervorgegangene Sieger war Wilhelm Fahlbusch, sein Entwurf stammt erst vom Oktober 1930. Er fand für die St.-Josephs-Kirche eine sehr interessante Dachkonstruktion. Die sich aus meiner Sicht als bewusste Reaktion auf den Dachformstreit lesen lässt. Eine Holzdecke mit dreieckig zulaufenden Längsbalken.
Holzdecke, Zustand Februar 2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.