Archivfund: Taufstein von Carl Kühn für Blankenfelde

Innenansicht kurz nach der Benediktion im April 1937
Q: Pfarrchronik St. Nikolaus, Blankenfelde

Carl Kühn war auch sehr engagiert bei der Gestaltung von Ausstattungsgegenständen. Ob sein künstlerisches Architekten-Selbstverständnis oder die Vereinfachung des Verfahrens dafür grundlegend sind kann diskutiert werden.
Fakt ist, dass gerade nach dem Ende von Kirchenneubauten 1938 vermehrt der Mangel an Ausstattungen nachgeholt wurde. Denn fast alle Kirchen hatten sich die Gemeinden vom Mund abgespart. Der schlüsselfertige Bau war meist kahl und leer. Teilweise gab es bei der Kirchenweihe nur den Hochaltar.

So freute es mich, dass ich in Vorbereitung auf die Kirchenführung in St. Nikolaus Blankenfelde von 1937, u. a. eine Zeichnung Kühns für einen „beweglichen Taufstein“ aus dem März 1940 fand. Dazu kam ein Blatt mit Detailskizzen für die Ausführung und ein Brief Kühns. Ebenfalls finden sich dort Entwürfe von Werner Fiedler, einem Gemeindemitglied, der in hoher Qualität 1958, Varianten für einen anscheinend festen Taufstein lieferte.
Bis heute haben viele Siedlungskirchen keinen Taufstein. Wahrscheinlich passte bei der knapp kalkulieren Baufinanzierung ein Taufstein finanziell oder räumlich nicht mehr hinein – kam es doch auf jeden Platz an. Bei St. Konrad in Falkensee von 1934 und auch bei den größeren Stadtkirchen in Berlin wie Christuskönig in Adlershof 1929/30 (beide von Kühn) gab es Taufsteine oder sogar kleine Kapellen. Doch  in der St. Nikolaus-Kirche fehlt er bisher .

Vielleicht ist der „Tauftisch“ von Kühn eine Inspirationsquelle?

„Tauftisch“, colorierte Zeichnungskopie, datiert 5.3.40
Q:  Pfarrarchiv St. Nikolaus, Blankenfelde

 

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