Märkischer Katholikentag 1932

Ein besonderes Kapitel in der katholischen Geschichte Berlins stellen die Märkischen Katholikentage dar. Ursprünglich aus dem lebhaften katholischen Vereinslebens geboren, es gab seit den 1880er jährliche Katholische Vereinstage, fand 1919 der erste von insgesamt 15 Regionalen Katholikentage, als Märkischer Katholikentag in Oberschöneweide statt. Beim großen Festzug sollen es 15 000 Teilnehmende gewesen sein. Bereits seit 1920 gab es jeweils ein Oberthema von „Pflichten der Katholiken in heutiger Zeit“ bis hin zu „Die katholische Schule“, 1932 in Frankfurt.

Titelblatt des Festprogramms
Q: PfAR Frankfurt (Oder)

Lud zu Beginn noch Propst Jahnel die Katholiken der gesamten Delegatur ein, folgten die Diözesanen beim letzten Treffen 1934 der Einladung der Katholischen Aktion (seit 1928 federführend). Zugleich war dieser Tag, der 32. Märkische Katholikentag im Stadion Grunewald am 24. Juni 1934 in Hoppegarten der letzte öffentliche Auftritt von Erich Klausener. Der vorvorletzte war der sog. 30. Märkische Katholikentag am 18. und 19. Juni 1932 in Frankfurt an der Oder. Eine Großveranstaltung mit vielen Kinderchören und tausenden Sängern (1934 sollen es 34 Kinderchöre und 15000 Sänger gewesen sein). Dabei gab es Pontifikalämter, Andachte, Vorträge und sicherlich vielerlei Angebote für die tausenden Pilger.

Pontifikalamt in Frankfurt mit dem Apostolischen Nuntius von 1930-1945 Cesare Orsenigo
Q: PfAR Frankfurt (Oder) 

Beim letzten Treffen 1934, wird von über 60 000 Teilnehmenden berichtet. Sicherlich kamen auch tausende nach Frankfurt. Damit waren mehr Diasporakatholiken auf dem regionalen Ereignis zu gegen als beim letzten Deutschen Katholikentag in Leipzig 2016, wo von ca. 30 000 ausgegangen wurde. Die Politisierung der Menschen in den 1930er Jahre schlug sich anscheinend auch im Katholischen Mileu nieder auch hier waren Großveranstaltungen sehr beliebt.

Blick in Stadion auf der östlichen Oderseite Frankfurts
Q: PfAR Frankfurt (Oder)

Bei vielen der Katholikentage war Carl Kühn mit der künstlerischen Gestaltung befasst – so zum Beispiel beim 28. im Jahr 1930 (intern). Hingegen wirkte 1932  in Frankfurt an der Oder der Diözesanbaurat anscheinend nicht mit. Die bauliche Leitung lag hier bei Stadtbaumeister Josef Gesing. Organisator vor Ort war der Stadtverordnete Franz Busch, der später mit seinem Kaufmännischen Verein zwei Kühn-Kirchen ermöglichte.

Pilgerausstattung: Essensmarke und Pin
Q: PfAR Frankfurt (Oder)

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