Tägliche Kirche, Nr. 57, St. Peter, Spiekeroog

Heute zieht uns #täglicheKirche nach Spiekeroog in den Urlaub. Sechs der sieben Ostfriesischen Inseln gehören zum Bistum Osnabrück, die siebte und westlichste, Wangerooge ist Teil des Bistums Münster (Offizialat Vechta). Mittlerweile habe alle auch katholische Kirchen zu bieten. Dabei sind alle auf Seelsorger auf Zeit angewiesen. Priester die neben dem Urlaub auch die Gottesdienste halten. 2013 konnten wir die autofreie Insel Spiekeroog besuchen. Hier feierte unsere Gruppe auch Gottesdienst. In der katholischen Kirche am Ort.

St. Peter, Spiekeroog von Walter Bunsmann, 1970, Foto: Jürgen Howaldt, 2005
Q: wikimedia commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Interior_of_St._Peter_(Spiekeroog)?uselang=de#/media/File:Spiekeroog-kathKirche_1.jpg

Der Bau

St. Peter ist ein pyramidales Zelt, das malerisch wie ein Fels in der Brandung steht. Demzufolge reicht das Kupferdach bis zum Boden. Ein wunderbares Zeichen, das von Walter Josef Maria Bunsmann (1928-2017) geschaffen wurde. Er war zeitweise Präsident der Hamburgischen Architektenkammer. Sein erster Entwurf entstand bereits 1963. Zudem ist die Kirche von 1970 ebenso von Innen – schlicht und klar. Hier übernimmt das Holz klug gesetzte Fensterbahnen erzeugen einen natürlich-warmen Raum.

Gottesdienst in St. Peter, mit Blick vom Eingang zum Altar, Foto: K. Manthey ,2013
Der Altarbereich mit den Hauptstücken von Hermann Stehr, Foto: Jürgen Howaldt, 2005
Q: wikimedia commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Interior_of_St._Peter_(Spiekeroog)?uselang=de#/media/File:Spiekeroog-kathKirche_3.jpg

Übrigens der niedrigste Punkt im Raum ist der metallene Altar. Ob dieser aus Bronze ist vermag ich nicht zu sagen. Gut möglich, dass er versilbert ist. Ambo und Kreuz sowie der Hängeleuchter stammten vom selben Bildhauer und sind aus dem gleichen Material und vom Künstler Hermann Stehr (1937-93). Sein Fokus lag auf dem Menschen und der Natur. Somit erscheinen auch die Hauptstücke in St. Peter organisch.

Die Kirche in der Landschaft, Foto: K. Manthey, 2003

Schluss und Würdigung

Doch der Altar ist durch unterschiedliche Bodengestaltung ausreichend abgehoben. Dort ist unbestritten das Zentrum der Kirche in einer Senke und direkt unter der Spitze des Zeltes. Ausgedeutet kann man schließlich vom Tabernakelmotiv herdenken. Demzufolge wäre Kern im Zelt ist der Opfertisch. Dementsprechend verwundert es nicht das auch die Bestuhlung mobil ist. Denn auch die Klappstühle deuten auf Beweglichkeit und die Pilgerschaft der Menschen mit ihren Zelten. Der Bau ist simpel und gerade deswegen so überzeugend.

Spiekeroog, Urlaubsimpression, Foto: K. Manthey, 2013

Also vor nunmehr 7 Jahren besuchte ich diese Kirche und war sehr angetan von der Einfachheit mit der uns der Raum „abgeholt“ hat. Überdies bot dieses Zelt uns Urlaubern die richtige Atmosphäre und das ist auch bei Kirchen eine hohe Kunst. Frohen Sonntag!

Weiterführende Links

Die Reihe von Anfang an: https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

Link zu einer kurzen Entwurfsgeschichte mit Abbildungen auch der ersten Entwürfe von 1963: http://www.hamburgerpersoenlichkeiten.de/hamburgerpersoenlichkeiten/member_file_uploads/helper.asp?id=3276

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