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St. Stephanus, Blumenthal (Vorpommern)

St Stephanus in Blumental entstand infolge der preußischen Siedlungsbestrebungen. So wie einst Hoppenwalde ein Jahr später, entstand 1747, auf Geheiß Friedrichs des Großen die gemischt konfessionelle Siedlung Blumenthal unweit von Ferdinandhof auf dem dem Weg nach Ueckermünde. Neben einer evangelischen Kirche, die dort auf einer Art Anger steht, findet sich etwas abgelegen, gegenüber des Friedhofs die St. Stephanus-Kirche von 1908. Architekten waren die Herren Rogge und Milewski aus Stettin. War doch St. Johannes in Stettin die Muttergemeinde der vorpommerschen Gemeinden in diesem Teil zwischen Oder und Ostsee. Bereits um 1820 gab es in einem Haus, Schulzimmer und Betsaal für die Katholiken vor Ort. Zu Beginn gab es vier Familien, zur Zeit des Kirchbaus nicht mehr als 120 Seelen in Blumenthal.

Der Turm, Foto: K. Manthey 2015

St. Stephanus, der Außenbau

Die Stettiner Baumeister schufen einen einfachen Ziegelbau in neugotischen Stilformen. Trotzdem weist die 1908 benedizierte Kirche eine typische Struktur auf. Die reduzierten Anspielungen auf die Gotik, die der einschiffige Bau mit Strebepfeilern, Satteldach und eingezogenem Chor aufweist, wirkt fast schon modern. Der niedrige Fassadenturm auf quadratischem Grundriss beherbergt den Eingangsbereich.

Innenraum, 1990er, Q: Bildarchiv EBO, Slg. Brühe
Blick zur Decke, Foto: K. Manthey 2023

Das Innere

Betritt man die Kirche findet man einen hell verputzter Saalraum. Er ist durch Ziegelpilastern in vier Joche gegliedert. Rautenverglaste Spitzbogenfenster beleuchten das Schiff. Die gewölbter Holzdecke ist weiß gestrichen. Der eingezogene Chor bildet ebenso ein Joch und dreiseitig geschlossen. Dort im Chorhaupt befindet sich das einzige verbliebene Farbfenster mit dem Kirchenpatron, dem Hl. Stephanus. Dieses ist wohl bauzeitlich, und beschriftet mit „Baldwin Schulze Glasmalerei Stettin“.

Stephanusfenster, Foto: K. Manthey 2023

Der Altartisch ist aus Travertin und stammt vom Umbau 1967. Damals erfolgte am 28. September 1967 durch Weihbischof Heinrich Theissing von Berlin die Weihe. Der Tabernakel befindet sich nun auf einer Konsole unter dem Stephanus-Fenster, er hat eine Messingtür mit Kreuz, vermutlich um 1930, offensichtlich stammt dieser aus einer Hochaltarkonstruktion. Die Kommunionbank ist ebenso aus Travertin.

Als Seitenaltäre sind eine Muttergottes als Himmelkönigin sowie eine Herz-Jesu-Figur aus der Erbauungszeit aufgestellt. Beide Darstellungen sind aus einer Gussmaße gefertigt und farbig gefasst. Leider habe ich bisher keine historischen Fotoaufnahmen. Zudem kommt noch eine Winterkirche, die unter der Empore eingerichtet wurde.

Die Entwicklung bis heute

Übrigens die Größe der Kirche hat mit den im Sommer in der Landwirtschaft arbeitenden Schnittern aus Polen zu tun. Außerdem wuchs nach dem 2. Weltkrieg die Gemeinde vor Ort zeitweise sogar auf 750 Gläubige an. Daher wurde die Gemeinde eine Lokalie der Kuratie in Ueckermünde. Nun ist die katholische Kirche von Blumenthal zwar ein Gottesdienstort von Mariä Himmelfahrt Hoppenwalde in der Pfarrei St. Johannes Paul II, Uecker-Randow. Jedoch gibt es keine regelmäßigen Gottesdienste dort mehr. Die katholische Kirche von Blumenthal ist ein spannender Ort, irgendwie aus dem Rahmen und der Zeit gefallen. Vielleicht nichts herausragendes und dennoch ein Mosaikteil zu unserer Geschichte und ein würdiger Ort, der bis heute gepflegt wird von Menschen aus dem Dorf.

(Dieser Beitrag ist eine Überarbeitung und Neueinstellung eines Beitrags vom Februar 2015 mit dem Titel: Landpartie III: Blumenthal)

Rückansicht, Foto: K. Manthey 2023

Links zu St. Stephanus

Seiten der Ortsgemeinde mit den Kirchen dort: https://www.ferdinandshof.de/kirchen

Webpräsenz der Pfarrei: https://www.katholische-gemeinde-pasewalk-hoppenwalde.de

In der Nachbarschaft
Auch nicht weit

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