Tägliche Kirche, Nr. 13 St. Marien Liebfrauen, Leipzig-Lindenau

Mal wieder eine Kirche aus Leipzig. Dorthin fand im Oktober 2019 eine Kirchenexkursion statt. Wirklich besonders ist die katholische Kirche in Leipzig-Lindenau, dicht an der Bahnstrecke und nahe dem Bezirk Plagwitz. – Heutzutage durchaus ein trendiges Stück Leipzig. Zur Erbauungszeit der Kirche 1908, war es eine Wohngegend für Industriearbeiter. Der ortsansässige Architekt Anton Käppler (1856-1928) schuf den Bau.

Historische Ansicht auf St.-Marien-Liebfrauen von der Hochbahnstrecke aus, Q: Wikipedia commons https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/99/Liebfrauen_Leipzig_Lindenau.jpg/1024px-Liebfrauen_Leipzig_Lindenau.jpg

Frühe Geschichte der Gemeinde und Kirche

Bevor die Kirche errichtet wurde, baute man im Gemeindegebiet eine konfessionelle Schule und das Pfarr- und Gemeindehaus. Eine typische Vorgehensweise, besonders in der katholischen Diaspora, bevor man die Kirche baute, brauchte man die Räume für die Menschen.

Das besondere an der neuromanischen Basilika ist, Sie liegt städtebaulich unattraktiv an einer Hochbahn und ist nur von der Ferne in ihrer sakralen Wirkung erkennbar. Weiterhin liegt die Kirche im 1. Obergeschoß. Beides für katholische Kirchen bis heute ungewöhnliches.

Historische Innenansicht um 1920, Q: Wikipedia commons, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/39/Liebfr._Lzg._histor.jpg

Die Ausstattung wurde nach und nach ergänzt sicherlich ebenfalls historistisch, so kam es bis in die 1920er Jahre zur kompletten Ausmalung in den Marienfarben. Aus der Marienkirche wurde 1923 die St.-Marien-Liebfrauen-Kirche. Eine besondere Entwicklung nahm es mit der Ansiedlung eines Oratorium des Hl. Philipp Neri 1930. Damit wurde Leipzig ein Zentrum der liturgischen Erneuerungsbewegung.

Moderne und Liturgische Erneuerung

Somit kam auch der damals wohl modernster Kirchenarchitekt Rudolf Schwarz (1897-1961) nach Leipzig, hier gestaltete er die Werktagskapelle hinter dem Aufgang in Querausrichtung, Beichtstühle und einiges mehr in den Jahren 1934/ 35. Ebenso kam es durch Schwarz zur Neuausmalung der Kirche.

Auch nach dem 2. Weltkrieg kamen weitere Änderungen, besonders nennenswert sind die beiden Nebenaltäre zur Ehre Mariens und den Sakramentsaltar. Hier wachen zwei flankierende Engel auf Fahnen appliziert den Tabernakel von Ludwig Gies.

Der emaillierte Radleuchter im Chorbereich kam erst 1980 hinzu. Auch die Taufkapelle ist ein bedacht ausgestalteter Bereich mit Holzdecke, rotem Teppich u.a.

Blick ins Kirchenschiff (Treppe im Rücken), Foto: K. Manthey, 2019

Würdigung

Die St.-Marien-Liebfrauen-Kirche in Leipzig-Lindenau ist eine sehenswerte Besonderheit bis heute. Besonders die ablesbaren Brüche im Kircheninnenraum zeugen von der Vitalität der Kirchenbaugeschichte der vergangenen 112 Jahre.

Blick vom Chor in die Kirche (im Vordergrund der Altar), Foto: K. Manthey, 2019

Weiterführende Links

Chronik der Kirche auf der Gemeindeseite

http://kirchen-sachsen.blogspot.com/2018/11/liebfrauenkirche-leipzig-lindenau.html

Die Liebfrauenkirche auf kirchen-sachsen-blogspot.com

https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_K%C3%A4ppler

Wikipediaeintrag zum Architekten

Spannendes auf kirchenbauforschung.info

Eine neuromanische Kirche Brandenburgs in Neustadt a.d. Dosse

https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

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