Neues Kühn-Projekt: Lehrlingsheim für Luckenwalde

Das Carl Kühn gut eingebunden war und ein breites Spektrum abdeckte dürfe dem aufmerksamen Leser dieser Seiten nicht entgangen sein. Doch als ich in Luckenwalde meine Kirchenführung vorbereitete war ich kurzzeitig überrascht…

Historische Seitenansicht auf St. Joseph von der Schillerstraße aus
Q: PfAR St. Joseph Luckenwalde

…Denn auch für die Stadt in Teltow-Fläming plante Kühn einen Bau. Es handelt sich um einen caritativen Bau, ein Lehrlingswohnheim. Denn Luckenwalde war eine Industriestadt viele Schornsteine prägten die Stadtansicht. Darunter waren sicher auch junge katholische Männer, die eine Unterkunft benötigten. Außerdem konnte man somit gleich konfessionell wirken. Der Bau sollte hinter der neugotischen St.-Joseph-Kirche von Max Hasak von 1913 entstehen.

Carl Kühn, Vorderansicht auf das Projekt, März 1929. Die rechten drei Fensterreihen waren als 1. Phase gedacht.
Q: PfAR St. Joseph Luckenwalde

Er war in zwei Bauphasen geplant. Leider ist auch der erste kleinere Bauteil nicht verwirklicht worden. Der Entwurf stammte vom März 1929. Es wäre damit das zweite bekannte caritative Bauprojekt neben dem realisierten Waisenhaus in Greifswald. Dabei standen Carl Kühn und der Luckenwalder Pfarrer Hillebrand seit 1928 in Kontakt. Der Geistliche wollte sogar die Gemeindeschule durch Kühn um ein Geschoss aufstocken lassen.

Carl Kühn, Grundriss 2. Stockwerk, März 1929. Die rechten drei Fensterreihen waren als 1. Phase gedacht.
Q: PfAR St. Joseph Luckenwalde

Hinsichtlich des Gesellenheims war der Pfarrer sehr umtriebig. Kühn erstellte eine Rentabilitätsrechnung, laut derer Einnahmen durch Vermietung möglich gewesen wären, wenn der gesamte Komplex gebaut würde. Ein Bettelbrief von Hillebrand beschrieb eindrücklich die Gefahren, die den jungen gut 140 männlichen Lehrlingen durch Verrohung und unangemessene Unterbringen zustoßen konnte. Auch die Stadt Luckenwalde war bis zum Dezember 1933 dazu Bereit die über 600 M Grunderwerbssteuer zu erlassen, forderte diese jedoch dann ein, da auf dem Grundstück nichts geschehen sei.

Miethaus Grüner Weg von 1933, sollte als kleine Lösung fungieren
Q: PfAR St. Joseph Luckenwalde

Statt einer großen Lösung entstand an anderer Stelle ein kleineres Wohnhaus. Es sollte jedoch ebenfalls ursprünglich den Jugendlichen und Auszubildenden dienen, wurde dann jedoch anscheinend so vermietet. Ob hier ebenfalls Kühn den Entwurf lieferte ist nicht bekannt.

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