Tägliche Kirche, Nr. 38, Mariä Himmelfahrt, Hoppenwalde (Vorpommern)

In Hoppenwalde steht die #täglicheKirche, Mariä Himmelfahrt. Bereits 2015 konnte ich die Kirche besuchen: Ein Straßendorf, Landluft und zentral steht eine katholische Kirche, unweit davon noch das Pfarrhaus und eine ehemalige katholische Schule.

Bereits 1748 kamen durch den preußischen König Friedrich II. acht katholische Familien hierher und siedelten sich an. Zuerst erhielten sie keine Kirche und feierten in einem Fachwerkhaus, wo auch die Schule war. Ohne dass der Staat einen Kirchbau gestattete. Doch während der französischen Besatzung sorgte 1808 der zuständige Stettiner Pfarrer, der zweimal im Jahr zur Messe nach Hoppenwalde kam, für den ersten Kirchenbau.

Die Kirche nach dem Bau des Turmes 1849
Q: PfAR Hoppenwalde

Frühe Bauphasen

Anfangs war die Kirche sehr bescheiden. Ohnehin erinnerte der Bau an typische (preußische) Dorfkirchen als (Kolonisten-)Dörfern. Ebenfalls wies diese Ausbaustufe einen Fachwerk-Giebel-Turm mit barock anmutendem Helm. Allerdings wurde sie sukzessive erweitert und entwickelte sich schließlich zur heutigen Kirche.

Die Kirche nach 1865
Q: PfAR Hoppenwalde

Diese Ausbaustufen zeugen doch von einer gesunden Gemeinde und engaierten Menschen, die den mehrstufigen Ausbau vorantrieben.

Seitenansicht von Mariä Himmelfahrt, Q: Bildarchiv EBO, Slg. Brühe

Der heutige Bau

Um 1890 wurde das Kirchlein in Hoppenwalde erweitert und der heutige Turm kam hinzu. Im Grunde genommen war diese Erweiterung ein umfassender „Facelift“. Nachdem entstand ein grau verputzter Bau in neugotischen Stilformen. Abgesehen davon behielt das Schiff sein Satteldach. Nun hatte man übrigens einen Seelsorger vor Ort. Dies ist möglicherweise der gewichtigste Grund für diesen Neubau. Die Entwürfe für den letzten Um- und Erweiterungsbau lieferte im Fall von Hoppenwalde der Breslauer fürstbischöfliche Baurat Joseph Ebers (1845-1923 oder 30). Dieser war von 1881 bis 1921 Diözesanbaumeister. Des weiteren war Ebers Schüler von Conrad Wilhelm Hase, DEM deutschen Historisten und Professor in Hannover.

Mariä Himmelfahrt Hoppenwalde, Blick zum Altarraum

Innenraum

Der einschiffige Saal mit gewölbter Holzdecke hat drei Joche. Ob die Stützpfeiler ursprünglich sind, wage ich zu bezweifeln. Die Spitzbogenfenster scheinen aus den früheren Bauphasen, doch die beiden bunt verglasten Bildfenster an den Apsisseiten des dreiseitig geschlossen Chors mit Rippengewölbe, sind aus der Zeit um 1900. Sie zeigen die Apostelfürsten Petrus und Paulus.

Blick zur Empore, beeindruckend ist die Holztonnendecke und das Ständerwerk
Alle Fotos: K. Manthey, 2015

Würdigung

Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Hoppenwalde ist ein stilistisch gelungener Bau. Ein Zeugnis der historistischen Baukunst. Mitten in Vorpommern befindet sich das katholische Kolonistendorf dessen Zentrum ist dieser Bau. Die Reise lohnt!

Innere Weiterleitungen

Die Reihe #täglicheKirche: https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

Der ursprüngliche Beitrag von 2015:
https://kirchenbauforschung.info/2015/02/06/landpartie-ii-hoppenwalde-vorpommern/

Externes

Beitrag zu Ebers: https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Ebers

Seite der Pfarrei: https://www.katholische-gemeinde-pasewalk-hoppenwalde.de/kirchen/mari%C3%A4-himmelfahrt-hoppenwalde/

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