St. Andrä, Graz, die Fenster (Kalender 18)

St. Andrä ist dem Apostel Andreas geweiht. Seit dem 13. Jahrhundert bestand dort eine Kirche. Zuerst waren dort die Dominikaner ansässig. Doch mit der Ausweitung der Stadt wurde der Sakralraum im 18. Jahrhundert ferner zu einer Pfarrei mit Weltgeistlichen Priestern. In dieser Zeit wurde der Kirchenbau übrigens barockisiert. Weiterhin gut 100 Jahre später gestaltete der Architekt August Ortwein (1836-1900) den Bau außen nach Ideen der Neorenaissance um. Die dreischiffige Staffelhallenkirchen (d.h. das Mittelschiff ist etwas höher als die Seiten) erlebte seitdem verschiedene Umgestaltungen.

St. Andrä nach der Fassadenneugestaltung von Gustav Troger „Gegenwart 2011“,
Foto: Bonjour68, CC BY-SA 3.0, Q: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:St._Andr%C3%A4,_Graz?uselang=de#/media/File:St_Andr%C3%A4_Kirche_Neu_20101205.JPG (Zugriff: 18.12.2020)

Andrä Kunst

Allerdings sind die seit 1999 stattfindenden künstlerischen Interventionen, Aktionen und dauerhaften Veränderungen, durch zeitgenössische Künstler etwas ganz besonderes. Unter dem Label „Andrä Kunst“ kommt übrigens (andere) Kunst in die Kirchen von Graz, Bildwerke und zwar Auseinandersetzungen von heute. Gelingen konnte das Projekt, da der damalige Pfarrer und jetzige Bischof von Innsbruck Hermann Glettler diese Projekte unterstützte und in Teilen sogar mitgestaltete. Darüber hinaus fand er Mitstreiter in Graz wie beispielsweise den Leiter des Kulturzentrums bei den Minoriten (Kultum) (extern) Dr. Johannes Rauchenberger u.a.

Markus Wilfling, o.T., Tür im Fenster, 2002, 1. neugestaltetes Fenster in St. Andrä,
Foto: K. Manthey 2017

Die Fenster in St. Andrä

Ein kurzer Blick gilt dafür heute den Fenstern. Ab 2002 wurden regelmäßig durch unterschiedliche Künstler Fenster für den Kirchenraum gestaltet und eingebaut, zuerst das Fenster mit der Tür von Markus Wilfling (s. Bild oden).

Durch diese bleibenden durchscheinenden Werke kommt somit der menschliche Alltag in die Kirchen. Denn St. Andrä soll ferner ein Austragungsort von Kunst in der Kirche sein. Ganz bewusst entstanden übrigens Kunstwerke die in Beziehung zur Welt stehen. Daher fehlt ihnen auf den ersten Blick das Attribut christlich. Trotzdem oder gerade deswegen sind sie absolut aktuell und in ihrer Vielfalt überzeugend. Auf die Frage Warum eigentlich Kunst im Kirchenraum, antwortete Bischof Hermann Glettler (1999-2016 Pfarrer von St. Andrä):

„Kunst steigert Vitalität. Die Kirche ist als Gottesort der natürliche Umschlagplatz für alle Fragen, die die menschliche Existenz betreffen. Gegen die Banalisierung des Lebens und gegen alle gesellschaftlichen Tendenzen zur Verflachung von Lebenswahrnehmung verbünden sich Kunst und Kirche.“

(andrae-kunst.org)

Würdigung

Dieser Kirchenraum ist besonders geballt und ebenso sehr beeindruckend, wie ich hier versucht habe an einigen Fenstern zu zeigen. Ebenso gibt es rund um die Kirche aber auch in der gesamten Diözese Graz-Seckau lebhafte Auseinandersetzungen mit aktueller Kunst und Kirche. Die Vielzahl an künstlerischen Neugestaltungen im Bistum so z.B. im Altarbereich ist singulär. Im Zentrum steht für mich jedoch St. Andrä. Dort sieht man wie Kirche mit der Welt besonders heute in den Dialog treten kann – gerade weil es ein stetiges Ringen miteinander ist.

Manfred Erjautz, A short break in time, 2008, Fenster in der Taufkapelle von St. Andrä,
Foto: K. Manthey, 2017

Links

Die Seite zum Projekt Andrä Kunst:
https://www.andrae-kunst.org/de

Das Kulturzentrum bei den Minoriten „Kultum“ https://www.kultum.at/

Die Seite der Kirchengemeinde:
https://st-andrae-graz.kvmk.at/

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