Neues Kühn Projekt: Neuruppin 1933

Als ich letzte Woche in Neuruppin zu Gast war, konnte ich zwei spannende Akten heben.
In der einzigen Katholische Kirche in der Brandenburgischen Stadt Neuruppin schien in den 1930er Jahren der Platz nicht mehr ausreichend zu sein. Weswegen Carl Kühn, der sicher spätestens durch den Neubau in Lindow (von Wilhelm Fahlbusch) – und darauf bezogen – sein (bisher nicht aufgefundenes) Gutachten Lamellendächer im Bistum verhinderte.
Der damalige Lindower Bauherr und Pfarrer in Neuruppin sowie Erzpriester und Geistlicher Rat Joseph Röhnelt (bis 1937 vor Ort) scheint den Diözesanbaurat Kühn um einen Entwurf gebeten zu haben.
Entstanden ist ein Vorschlag, der eine mittelalterlich anmutende Choranlage sowie Erweiterungsbauten zweier Querschiffe vorsah. Für eine neue Sakristei fügte er in Manier eines Drei-Konchen-Chores (einer mittelalterlichen Chor-Abschlussform) Bauten an. Darin sollten neben der Hauptsakristei zwei Vorsakristeien entstehen.

Ansichten und Schnitte, Entwurf zur Erweiterung der Herz-Jesu-Kirche Neuruppin von Carl Kühn, 1933
Q: PfArchiv Herz-Jesu Neuruppin

Erwähnenswert ist, dass der Architekt der Kirche Franz Statz (1848-1930) ist. Er war, wie sein Vater Vincenz (1819-1898) zuvor, Dombaumeister in Köln und dann in Linz. Die Kirche in Neuruppin stellte er 1883 fertig. Über die mütterliche Seite (Sophia geb. Meckel) der Familie, ist Carl Kühn mit Franz Statz verwandt.

Ausschnitte vom Lageplan und Grundriss,
Entwurf zur Erweiterung der Herz-Jesu-Kirche Neuruppin von Carl Kühn, 1933
Q: PfArchiv Herz-Jesu Neuruppin

Warum es nicht zur Verwirklichung des Planes kam ist nicht geklärt. Es kann jedoch durchaus an politischen Fragen gescheitert sein.
Denn 1937 scheint für ein weiteres Projekt genügend Geld bei Gemeinde und Bistum vorhanden gewesen zu sein. Hierzu später mehr….

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