Kühn ist überall

Heute war ich in Rathenow. Die dortige St.-Georgs-Kirche ist bereits 1893 eingeweiht worden. Jedoch war sie bereits zur Weihe unvollendet. Aus der freistehenden mit kreuzförmigen Grundriss geplanten, einschiffigen Basilika mit kleinen Querschiff und halbrunden Chorabschluss des Architekten Engelbert Seibertz wurde ein Langschiff mit gerader, hoher Altarrückwand.

Colorierte Fotografie, vermutlich kurz nach der provisorischen Fertigstellung
Q: Pfarrei St. Georg, Rathenow

Anscheinend hat die Gemeinde seither mehrfach versucht den Bau zu vollenden. Auch eine Heizungsanlage war bereits geplant. Dafür gab der Architekt Carl Kühn, 1927, sein Gutachten. Außerdem lieferte er im selben Jahr Pläne für eine Erweiterung der Kirche, als Abschluss des auf „malerische Wirkung hin“ angelegten Planes. Den er aufgreifen wollte, um ein Ensemble aus Kinderhort, Gemeindesaal, Gemeindehaus, fertiger Kirche und gegebenenfalls einer Schule zu errichten. Die Pläne konnte ich bei meiner kurzen Überschau noch nicht finden. In den 1930er Jahren (vermutl. 1936) scheint von den Kühn´schen Plänen nur noch der Entwurf eines Glockenträgers für drei Glocken, eingebaut in die bereits teilweise stehende Außenwand des geplanten linken Querhauses, übrig geblieben zu sein (Danke für den Hinweis an Judith Rehfeld, Potsdam.)

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