Tägliche Kirche, Nr. 8 Ss. Corpus Christi

Hauptachse der Kirche
Foto: K. Manthey, 2019

Die dem heiligsten Leib Christi (lat.=Sanctissimum Corpus Christi) geweihte Kirche macht ihrem Namen alle Ehre. Der von Max Hasak (1856-1934) geplante und 1920 eingeweihte Sakralbau ist ganz auf den großen neugotischen Flügelalter von Georg Schreiner (1871–1953) aus Regensburg hin ausgerichtet, dieser kam 1922 zur Aufstellung. Das eucharistische Altarssakrament findet darin noch einmal eine besondere Unterstreichung.

Georg Schreiner, Feiertagseite des Hochaltars in Corpus Christi, 1922
Foto: K. Manthey, 2019

Dabei ist es bereits der zweite Kirchenbau der Gemeinde. 1904 konnte die Gemeinde nur einen Teilbau einweihen, für mehr war kein Geld vorhanden. Diese 1. Kirche wurde 1915 ein Opfer der Flammen. Bereits damals war die Lage im Hinterhof gleichzeitig errichteter Wohn- und Geschäftsgebäude festgelegt.

Kirche im Innenhof

Die Corpus Christi Kirche ist bis heute äußerlich unscheinbar im Hintergrund. Da bauzeitlich kein Turm mehr errichtet wurde, kam ein kleiner Stumpfturm gleich nach der politischen Wende und mit viel Eigenleistung der Gemeinde hinzu. Diese Höhenerweiterung von 1990 ist ein starkes Zeichen der wiedergewonnenen Freiheit der Christen in der ehemaligen DDR.

Schlusssteine des Gewölbes im Chor, mit dem Gnadenstuhlmotiv und Engeln mit Spruchbändern
Foto: K. Manthey, 2019

Beeindruckend ist die neugotische Ausstattung des Raumes. Dessen Bildprogramm bis hin in die Schlusssteine der Gewölbe dem Heiligsten Lamm gewidmet sind. Obwohl die Zeit nach dem ersten Weltkrieg bereits stark mit der Moderne rang, setzte man in dieser Kirche ein althergebrachtes Ideal um. Aber dies ist so gekonnt umgesetzt worden, dass man daran nicht zu leiden braucht.

Martin von Feuerstein, Pieta vom Kriegergedächtnisaltar, um 1922
Foto: F. Vetter, Q: Bildarchiv des EBO

Dazu zählt einerseits die gemalte Pieta des ehemaliger Kriegergedächtnisaltars. Andererseits die Bemalung der äußeren Schreinflügel des Hochaltars (Werktagsseiten) vom Künstler Martin von Feuerstein (1856–1931). Auch die Goldmosaikwände der 1930er Jahre unter der Orgelempore mit Engeln als Einfassung für die Marienikone und ein Josefsmotiv gegenüber sind qualitätsvoll.

Marienikone mit Goldmosaikwand der 1920er/ 30er Jahre unter der Orgelempore
Foto: K. Manthey, 2019

Die Kirche in der Conrad-Blenkle-Straße am Rand der Prenzlauer Bergs ist eine der großen Kirchen mit beeindruckender Orgel der Firma Steinmeyer von 1925 (2018 überholt). Solange die St.-Hedwigs-Kathedrale in der Zeit des Wiederaufbaus bis 1963 geschlossen war, fanden hier die Pontifikalhandlungen statt.

Diese „Hofkirche“ ist ganz anders als die enge Eingangssituation vorgibt. Der Bau ist weit und hell. Eine Empfehlung für Kirchenentdeckungen und Gebet, z.B. heute (29. März) 17:00 bis 18:00 Uhr.

Weitere Informationen im Netz

Geöffnete katholische Kirchen:
https://www.erzbistumberlin.de/wir-sind/corona/offene-kirchen/

Die Seite der Kirchengemeinde:
https://www.corpus-christi-berlin.de/unsere-kirchen/ss-corpus-christi/

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