Farbige Entdeckung in Borsigwalde

Erst vorgestern besuchten wir die Kirche in der Räuschstraße in Berlin-Borsigwalde. Dies geschah im Rahmen der Kirchenführungsreihe Berlins Sakralarchitektur. Bei der Kirchenführung stand die 1955 geweihte Kirche von Felix Hinssen und die Gemeindegeschichte im Vordergrund. Die hier vorgestellte Entdeckung bezieht sich auf die Vorgeschichte des Baus. Das 1938 von Carl Kühn errichtete Pfarrhaus, die Notkirche bis 1955, ist mittlerweile die ursprüngliche Deckenkonstruktion wieder freigelegt.

Borsigwalde

Blick in die Vierteltonnen-Holzdecke mit rauher Verbretterung, Foto: K. Manthey, 2017

Nach restauratorischem Befund rekonstruierte man auch die Farbe im heute als Gruppenraum genutzten Saal. Die Fotos zeugen davon, dass Kirchenräume der 1930er Jahre selten einfarbig waren, wie es heutige Farbfassungen von Decken und Wänden nahe legen können. Dabei ist zu bemerken, wie schnell diese farbenfrohe Periode vergessen wurde. Hinzukommt, dass es zwar teilweise Beschreibungen von Farbigkeiten gab, diese sind jedoch zu ungenau. Fotos in Schwarz-Weiß sind hier keine Hilfe.

Borsigwalde

Detail des wiederhergestellten Deckenbereichs mit Balkenträger, Foto: K. Manthey, 2017

Carl Kühn lieferte in seinen Bauten verstärkt nach 1930 rauh verbretterte Deckenlösungen. Dieses scheinen eine Folge der Diskussion um günstige Dachbauformen gewesen zu sein. Welche Kühn im Bereich des Bistums Berlin zu Gunsten seiner Vorstellungen beeinflussen konnte. Eine ähnliche Decke findet sich im Hauptschiff von St. Elisabeth in Königs Wusterhausen, die Kühn ein Jahr zuvor 1937 bauen ließ.

Königs Wusterhausen

Blick zu Empore von St. Elisabeth, dabei ist ein Teil der tonnenförmigen Decke im Hauptschiff erkennbar, Foto: K. Manthey, 2012

Ein Beispiel für die Weiterverwendung bzw. -entwicklung von Bauideen auch bei Carl Kühn.

 

weiterführende interne Links

Programm der Kirchenführungen 2017

Ankündigung der Kirchenführung in Allerheiligen

Beiträge und Bilder zur Kirche in Königs Wusterhausen

 

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