Kalenderblatt 19: Baudetail aus Eberswalde

Viele Kirchen im Erzbistum haben durch die Jahrzehnte unterschiedliche Umbauten erlebt. Ausschlaggebend war neben dem letzten Weltkrieg, auch die Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils aber sicher auch viele andere Gründe, wie zum Beispiel die sukzessive Ausstattung aufgrund geringer Geldmittel zur Kirchweihe usw. usf..

Hier nun eine Detailansicht von St. Peter und Paul in Eberswalde (link zu Wikipedia), gebaut durch den Kölner Dombaumeister Vinzenz Statz, 1876-77. Er war mit der Familie Carl Kühns verwandt (intern). Nach Kriegsbeschädigungen wurde diese Kirche vor allem durch den Künstler Friedrich Schötschel (intern) umgestaltet. Hier ist besonders seine Kirchentür, die die Leugnung des Petrus und die Blendung des Paulus auf den beiden Türflügeln zeigt, zu erwähnen.
Im Rahmen der Umbauarbeiten kam es zur Schließung verschiedener Nischen, Fenster und mindestens eines Eingangs am Baukörper. Interessant ist die vermutlich aus Kunststein gefertigte Jesus-Büste als Relief vor voll rundem Hintergrund. Eine Darstellung, wie sie mir bisher nur von Gräbern und evangelischen Kirchen des 19. Jahrhunderts bekannt war. Diese teilplastischen Werke kaufte man in der Regel bei sogenannten Kunstanstalten aus Katalogen. Somit dürfte auch dieser historistische Christuskopf Massenware sein. Ebenso ist die Vermauerung und der Fenstereinbau ein klarer Bruch mit der historistischen Außenhülle, der Kirche – sicherlich eine bewusst getroffene Entscheidung.

Vermauerter Südeingang der Kirche St. Peter und Paul, Eberswalde
Foto: K. Manthey, 2013

weitere interne Links zur Kalender-Reihe:
6.: Nikolaus

Kommentare (3)

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  2. Pinkback: Kalenderblatt 24: Alle warten auf das Kind - Kirchenbauforschung

  3. Pinkback: Kalenderblatt 23: St. Richard, Berlin-Neukölln, Heute - Kirchenbauforschung

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