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Tägliche Kirche, Nr. 100, Schlosskirche, Berlin-Buch

Die Schlosskirche in Buch (erbaut 1731-1736) war die erste Kirche von Friedrich Wilhelm Diterichs (1702-1782). Darüber hinaus schuf er auch das Ephraim-Palais (1769)sowie das Rathaus in Templin. Die Bucher Kirche ist übrigens eine von vier erhaltenen Barockkirchen Berlins.

Ansicht und Grundriss zum Kirchenbauprojekt, Q: bildindex.de

Der Bau und seine Geschichte

Der Grundriss des ursprünglichen Zentralbaus mit Turm entspricht ferner einem verlängerten griechischen Kreuz als Grundriss. Die kurzen Arme fungierten als Eingänge im Süden zur Straße hin für das Volk, zum Schlosspark hin, somit im Norden, für die Herrschaften von Buch. Ferner steht die Kirche baugeschichtlich zwischen den schlichten Bauten nach dem 30jährigen Krieg und dem sich nun entfaltenden Barock. Besonders unter dem sparsamen Friedrich Wilhelm I (1688-1740), dem Soldatenkönig, entstanden nun fürderhin auffällig vielen Kirchentürme auch als Landmarken.

Aussenansicht der Kirche mit Turm, um 1940, Q: bildindex.de, https://www.bildindex.de/document/obj20494712?medium=mi03516b14 (Zugriff: 28.6.20)

Aufgrund der Finanzierung durch den Gutsherren von Viereck konnte die Schlosskirche aufwendig gestaltet werden. Adam Otto von Viereck wurde am 10. März 1684 in Wattmannshagen (damals Mecklenburg-Schwerin) geboren. Er war preußischer Staatsminister und Geheimer Etatsrat.

Johann Erdmann Hummel, Die Schlosskirche in Buch, 1836, Q: wikimedia, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/db/Johann_Erdmann_Hummel_Schlosskirche_Buch_1836.jpg (Zugriff: 28.6.20)

Viereck starb am 11. Juli 1758 in Buch und wurde dort in der Gruft „seiner“ Kirche beigesetzt.

Die Gruft, (re. der Sarg von Pölnitz) um 1940, Q: Bildindex.de, https://www.bildindex.de/document/obj20494726?medium=mi03516f05 (Zugriff: 28.6.20)

Große Zerstörung und den Verlust des Turmes erlebte die Kirche jedoch durch den Bombenkrieg. Dabei sind nahezu alle hölzernen Einbauten verbrannt, so wie beispielsweise die Loge der Herrschaften und die Kanzel-Altar-Anlage.

Blick zur Patronatsloge, 1888, Q: wikimedia, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/Schlosskirche_Buch_Patronatsloge_1888.jpg (Zugriff: 28.6.20)
Der Kanzelaltar aus Eicheholz, Q: bildindex.de, https://www.bildindex.de/document/obj20494713?medium=mi03516d09 (Zugriff: 28.6.20)

Ausstattung

Blick zur Orgelempore (mit Amalienorgel), um 1937, Q: bildindex.de, https://www.bildindex.de/document/obj20494716?medium=mi03516d14 (Zugriff: 28.6.20)

Bis 1938 stand ferner die bekannte Anna-Amalien-Orgel in Buch nun befindet sich das Instrument in Karlshorst (Kirche Zur Frohen Botschaft). Dafür kam die Barock-Orgel aus der  Heilig-Geist-Kapelle Prenzlau. Aus der Bauzeit erhalten sind überdies eine Statue des Evangelisten Matthäus aus Sandstein, die früher  als Attikafigur am Südgiebel stand. Ebenso ist der Taufstein aus dem 17. Jahrhundert erhalten.

Weiterhin gibt es noch Wappen der Vierecks von der Patronatsloge und das Epitaph der Familie ebenso den historischen Kanzelkorb sowie den Altartisch vom Kanzelaltar u.a.

Die Kirche von der Nordostseite her, Foto: Sebastian Wallroth / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Q: wikimedia, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7b/Schlosskirche_Berlin-Buch_001.JPG (Zugriff: 28.6.20)

Nach dem Krieg kommt es zur Wiederherstellung jedoch ohne Turm 1950-1953. Dafür kommt auf dem Friedhof ein Glockenträger 1960-63 zu stehen. Deswegen betreibt ein Förderverein seit 2007 den Wiederaufbau des Turms. Durch den Abriss von Schloss Buch in den 1960ern steht die Kirche heute hingegen ohne baulichen Zusammenhang da.

Innenraum heute, Foto von allekirchenberlins.wordpress.com
https://allekirchenberlins.files.wordpress.com/2018/07/2018-07-01-047_bearbeitet.jpg
(Zugriff: 28.6.20)

Würdigung

Auch wenn Fontane die Barockkirche in Buch nicht sonderlich wertschätzte, es war die Zeit der Wiederentdeckung der Gotik, billigt er dem Bau einen „gewissen malerischen Reiz“ zu. 160 Jahre später ist diese Kirche schließlich doch eine der letzten Zeuginnen ihrer Zeit und vermutlich ein Vorbild für spätere Bauten. Schauen wir nach Biesenthal fallen einige Ähnlichkeiten zu der neubarocken Kirche von 1909 dort auf. Denn Wilhelm II mochte das Barocke sehr. Wirklich diese Kirche ist bis heute beeindruckend und darüber hinaus ein wunderbares Meisterwerk des Kirchenbaus im 18. Jahrhundert.

Die Schlosskirche unzerstört von Süden (Straße Alt-Buch), Q: bildindex.de, https://www.bildindex.de/document/obj20494712?medium=mi04894a09 (Zugriff: 28.6.20)

Weiterführungen

Die Reihe, 100 Entdeckungen: https://kirchenbauforschung.info/taegliche-kirche/

Seite der Gemeinde: https://www.schlosskirche-berlin-buch.de/

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