Hermann Bunning

Allein die Anzahl von Hermann Bunnings Bauten macht ihn zu einer Berliner Kirchenbaugröße.
zwischen 1898 und 1929 sind mindestens 15 Kirchen von ihm entworfen und meist auch als Bauunternehmer gebaut worden.

Hermann Bunning stammt aus dem Oldenburger Land und war durch seine Herkunft sehr katholisch geprägt. Er wurde 1868 geboren und starb am 23.8.1930.

Bereits 1895 eröffnete er ein Baugeschäft in Berlin, mit 27 Jahren. Vermutlich war er kein akademisch ausgebildeter Architekt, was ihn sicherlich Probleme eingebracht hat.
Gab es doch später auch bei kirchlichen Bauherren Vorbehalte gegenüber „Alleskönnern“ nicht zuletzt wegen der Forderungen des Geldgebers Bonifatiusverein in Paderborn (mehr darüber in meinem geplanten Artikel: Das Bistum Berlin und der katholische Diasporakirchenbau. Sakralarchitektur zwischen stilistischen und finanziellen Debatten (1920-40), für das Wichmannjahrbuch 2014/2015, in Vorbereitung).

Doch Hermann Bunning war gut aufgestellt. Er war Unterhändler bei Grundstückskäufen für Gemeinden und den Gesamtverband der Katholischen Kirchengemeinden Groß-Berlins (gegr. 1906, aufgelöst 1977 in Berlin-West). Auch die Entwicklung der Seelsorgestellen hatte Bunning durch eigene Pläne unterstützt. Da er in der Lage war vom Entwurf bis zu Fertigstellung alles zu erledigen, war er sicher auch ein willkommener Geschäftspartner.

Bunning baute neben Kirchen, Krankenhäuser, Pfarrhäuser, Ordens-und weitere caritative Einrichtungen. Mitten in den Arbeiten zum St. Gertrauden-Krankenhaus verstarb er.
Mindestens 30 Gebäude für kirchliche Träger hat er als Bauunternehmer errichtet. Neben den eigenen Entwürfen eben auch Pläne von Architekten wie Engelbert Seibertz, Wilhelm Frydag, Christoph Hehl, Josef Weber oder eben auch zweimal von Carl Kühn. Für Kühn baute er die St. Norbert-Kirche in Schöneberg (1916 kons.) und die  Kirche Heilige Familie am Humannplatz  (1930 kons.).

Ähnlich wie Carl Kühn ist Hermann Bunning eine Baumeisterpersönlichkeit, die durch das 19. Jahrhundert geprägt, lange und kontinuierlich für das katholische Berlin tätig war. Bunning galt vielen als historistischer Garant. Im Vergleich zu Kühn, der ihn um 12 Jahre überlebte, hatte er als privatwirtschaftlicher Bauunternehmer sicherlich andere Möglichkeiten aber auch Zwänge.

Nach seinem Tod wurde das Geschäft von seinen Kindern zusammen mit einem Architekten Kramer weitergeführt. Inwieweit diese noch Einfluss im kirchlichen Kontext hatten ist unklar.

Das St.-Gertrauden-Krankenhaus von H. Bunning,  Q: Schubert: Bistum Berlin, 1932, S. 126.

weiterführendes auf diesem Blog:

Neubarock im Hinterhof, zur alten St. Laurentius-Kirche (ein Bau der Firma Bunning)
Mein Artikel zu Kirchen mit Lamellendächern (Bezüge zu Bunning)
Einige Zahlen zum Kirchen-Baubestand

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